Verschlussdruckmessung der Extremitätenarterie (ABI-Messung)
Die Verschlussdruckmessung der Extremitätenarterien dient der Diagnostik einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Dabei misst man den Blutdruck an Armen und Beinen und vergleicht die Werte miteinander.
Der wichtigste Wert ist der sogenannte Knöchel-Arm-Index (ABI = ankle brachial index).
Typische Indikationen:
- Belastungsschmerzen der Beine
(„Schaufensterkrankheit“, Claudicatio intermittens) - Kalte Füße oder Beine
- Schlechte Wundheilung an Füßen oder Unterschenkeln
- Ruheschmerzen der Beine oder Zehen
- Verdacht auf Durchblutungsstörungen bei Diabetes mellitus
- Kontrolle bei bekannter pAVK
- Gefäßscreening bei Patienten mit hohem Arteriosklerose-Risiko
z. B. Raucher, Hypertonie, Fettstoffwechselstörung, Diabetes - Vor gefäßchirurgischen oder kardiologischen Eingriffen
- Abklärung eines diabetischen Fußsyndroms
- Unterschiedliche Pulse oder Blutdruckwerte an Armen und Beinen
Wie läuft die Untersuchung ab?
Mit Blutdruckmanschetten und Doppler-Ultraschall misst man:
- systolischen Druck an beiden Armen
- systolischen Druck an Fußarterien
Dann berechnet man den ABI:
ABI = Knöcheldruck / Armblutdruck
Normale Werte:
- 1,0–1,3 → normal
- < 0,9 → Hinweis auf pAVK
- < 0,5 → schwere Durchblutungsstörung
- 1,3 → häufig Gefäßverkalkung bei Diabetes oder Niereninsuffizienz
Zusätzliche Bedeutung in der Kardiologie:
Eine pAVK ist oft Ausdruck einer generalisierten Arteriosklerose. Patienten mit pathologischem ABI haben auch ein erhöhtes Risiko für:
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
- kardiovaskulären Tod
Deshalb ist die Verschlussdruckmessung nicht nur eine Gefäßuntersuchung der Beine, sondern auch ein Marker für das allgemeine Herz-Kreislauf-Risiko.
jpo