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Albertuszentrum

Stressecho-Kardiographie – das Herz unter Belastung im Ultraschall

Die Stressechokardiographie, häufig auch kurz als Stressecho bezeichnet, verbindet zwei bewährte Untersuchungsmethoden der Kardiologie: den Herzultraschall und eine gezielte Belastung des Herzens. Sie ermöglicht es, die Funktion des Herzmuskels nicht nur in Ruhe, sondern auch unter erhöhtem Sauerstoffbedarf zu beurteilen.

Warum wird eine Stressechokardiographie durchgeführt?

Eine wichtige Fragestellung ist die Suche nach einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels, beispielsweise bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit (KHK).

Verengungen der Herzkranzgefäße müssen in Ruhe keine Auffälligkeiten verursachen. Steigt jedoch unter Belastung der Sauerstoffbedarf des Herzens, kann eine relevante Gefäßverengung dazu führen, dass einzelne Bereiche des Herzmuskels nicht mehr ausreichend durchblutet werden.

Im Stressecho kann sich dies als neu auftretende oder zunehmende regionale Wandbewegungsstörung zeigen.

Die Untersuchung kann beispielsweise sinnvoll sein:

  • bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit,
  • zur Beurteilung der funktionellen Bedeutung einer bekannten Koronarstenose,
  • bei unklaren oder nicht ausreichend aussagekräftigen Ergebnissen anderer Belastungsuntersuchungen,
  • zur Beurteilung der Herzfunktion unter Belastung,
  • in ausgewählten Fällen auch bei Herzklappenerkrankungen.

Wie wird das Herz belastet?

Grundsätzlich gibt es zwei Verfahren.

Physikalische Stressechokardiographie

Der Patient wird auf einem speziellen Ergometer stufenweise körperlich belastet. Gleichzeitig werden EKG, Blutdruck und die Herzfunktion mittels Ultraschall beurteilt.

Pharmakologische Stressechokardiographie

Ist eine ausreichende körperliche Belastung nicht möglich oder ist aus diagnostischen Gründen eine medikamentöse Belastung sinnvoll, kann das Herz beispielsweise mit Dobutamin stimuliert werden.

Dobutamin steigert abhängig von der Dosierung die Kontraktionskraft und die Herzfrequenz. Falls die gewünschte Herzfrequenz nicht erreicht wird, kann zusätzlich Atropin eingesetzt werden.

Während der gesamten Untersuchung werden Herzrhythmus, Blutdruck, Beschwerden und die Bewegungen der einzelnen Herzmuskelabschnitte überwacht.

Was sieht der Kardiologe beim Stressecho?

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich die verschiedenen Abschnitte der linken Herzkammer unter Belastung normal bewegen.

Bei einer ausreichenden Durchblutung nimmt die Kontraktionskraft des Herzmuskels unter Belastung normalerweise zu. Bei einer relevanten Minderdurchblutung kann dagegen ein bestimmter Herzmuskelabschnitt seine Bewegung vermindern oder vorübergehend nahezu einstellen.

Aus dem Muster dieser Wandbewegungsstörungen kann der Kardiologe Rückschlüsse darauf ziehen, ob eine belastungsabhängige Durchblutungsstörung vorliegt.

Ein Vorteil: keine Strahlenbelastung

Ein wesentlicher Vorteil der Stressechokardiographie besteht darin, dass die Darstellung des Herzens mit Ultraschall erfolgt. Die Untersuchung kommt daher ohne Röntgenstrahlung aus.

Auch bei der pharmakologischen Stressechokardiographie wird kein radioaktiver Marker benötigt.

Wie wird die Stressechokardiographie bei gesetzlich Versicherten abgerechnet?

Die Stressechokardiographie ist Bestandteil des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) und kann bei entsprechender Indikation zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt werden.

Für die beiden Verfahren bestehen unterschiedliche Gebührenordnungspositionen:

GOP 33030
Stressechokardiographie unter definierter physikalischer Stufenbelastung.

GOP 33031
Stressechokardiographie unter standardisierter pharmakodynamischer Stufenbelastung.

Bei der pharmakologischen Untersuchung, beispielsweise mit Dobutamin und gegebenenfalls Atropin, ist somit die GOP 33031 maßgeblich.

Die echokardiographische Untersuchung in Ruhe ist bereits Bestandteil der jeweiligen Stressecho-Leistung. Eine zusätzliche Abrechnung einer normalen transthorakalen Echokardiographie über die GOP 33020–33022 ist in derselben Sitzung daher nicht möglich.

Fazit

Die Stressechokardiographie ist ein etabliertes Verfahren zur funktionellen Beurteilung des Herzens. Besonders bei der Frage, ob eine koronare Herzerkrankung tatsächlich zu einer belastungsabhängigen Durchblutungsstörung des Herzmuskels führt, kann sie wichtige zusätzliche Informationen liefern.

Dabei verbindet sie die Beurteilung der Herzfunktion unter Belastung mit einem wesentlichen Vorteil der Echokardiographie: Die Untersuchung erfolgt ohne Strahlenbelastung.

Mit Unterstützung von KI erstellt.

jpo