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Albertuszentrum

Stressechokardiographie

Eine Stressechokardiographie (auch Belastungs-Echo oder Stress-Echo genannt) ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens unter körperlicher oder medikamentöser Belastung. Sie wird vor allem eingesetzt, um zu prüfen, ob der Herzmuskel unter Belastung ausreichend durchblutet wird.

Typische Gründe für eine Stressechokardiographie sind:

  • Verdacht auf koronare Herzkrankheit (KHK)
    Zum Beispiel bei Brustschmerzen, Druckgefühl oder Luftnot unter Belastung. Wenn bestimmte Herzmuskelbereiche sich unter Stress schlechter bewegen, spricht das für eine Durchblutungsstörung.
  • Abklärung von Angina pectoris
    Besonders wenn Ruhe-EKG und normales Herzecho unauffällig sind.
  • Beurteilung der Bedeutung von Gefäßverengungen
    Wenn im Cardio-CT oder Herzkatheter Engstellen gesehen wurden, kann man prüfen, ob diese tatsächlich relevant sind.
  • Kontrolle nach Herzinfarkt oder Stent/Bypass
    Um zu sehen, ob noch belastungsabhängige Durchblutungsstörungen bestehen.
  • Beurteilung von Herzklappenfehlern unter Belastung
    Manche Klappenfehler wirken in Ruhe mild, verursachen aber unter Belastung deutliche Probleme.
  • Abklärung von Luftnot unklarer Ursache
    Beispielsweise bei Verdacht auf belastungsabhängige Herzschwäche.

Die Belastung erfolgt entweder:

  • auf dem Fahrrad-Ergometer oder Laufband,
  • oder medikamentös (meist Dobutamin), wenn körperliche Belastung nicht möglich ist.

Vorteil gegenüber dem Belastungs-EKG

Die Stressechokardiographie ist deutlich genauer als ein reines Belastungs-EKG, weil man direkt sieht:

  • wie sich die Pumpfunktion verändert,
  • ob einzelne Herzmuskelabschnitte schlechter arbeiten,
  • und wie Herzklappen sowie Druckverhältnisse reagieren.

Sie hat:

  • eine höhere diagnostische Genauigkeit,
  • keine Strahlenbelastung,
  • und liefert oft mehr Informationen als das Belastungs-EKG allein.

Wir führen meistens die sogenannte pharmakologische Stressechokardiographie durch. Die pharmakologishe Stressechokardiographie ist ein Belastungs-Ultraschall des Herzens, bei dem die Belastung nicht durch Fahrradfahren, sondern durch Medikamente erzeugt wird. Sie wird eingesetzt, wenn ein Patient körperlich nicht ausreichend belastbar ist oder wenn eine präzisere Diagnostik nötig ist.

Der Ablauf ist typischerweise so:

  1. Ruhe-Echokardiographie
    Zunächst wird ein normales Herzultraschall in Ruhe durchgeführt:
    • Pumpfunktion
    • Wandbewegungen
    • Herzklappen
    • Größe der Herzkammern
  2. Monitoring
    Während der gesamten Untersuchung werden überwacht:
    • EKG
    • Blutdruck
    • Herzfrequenz
    • Beschwerden des Patienten
  3. Gabe des Belastungsmedikaments
    Meist wird über einen venösen Zugang ein Medikament gegeben:
    • Dobutamin → erhöht Herzfrequenz und Kontraktionskraft, simuliert körperliche Belastung
    • seltener Vasodilatatoren wie Adenosin oder Dipyridamol
      Die Dosis wird stufenweise erhöht.
  4. Ultraschallbilder unter Belastung
    In mehreren Belastungsstufen werden Herzultraschallbilder aufgenommen und mit den Ruhebildern verglichen.
  5. Beurteilung
    Der Untersucher achtet darauf:
    • ob bestimmte Herzmuskelabschnitte unter Stress schlechter kontrahieren,
    • ob neue Wandbewegungsstörungen auftreten,
    • ob sich Klappenfehler verschlechtern,
    • oder ob die Pumpfunktion abfällt.

Was spricht für eine Durchblutungsstörung?

Wenn ein Herzmuskelbereich unter Belastung:

  • langsamer,
  • schwächer,
  • oder gar nicht mehr kontrahiert,

deutet das häufig auf eine relevante Engstelle der Herzkranzgefäße hin.

Dauer

Meist etwa:

  • 20–45 Minuten

Mögliche Nebenwirkungen

Durch Dobutamin können auftreten:

  • Herzklopfen
  • Zittern
  • Blutdruckanstieg oder -abfall
  • Brustschmerzen
  • Herzrhythmusstörungen

Die Untersuchung erfolgt deshalb unter kardiologischer Überwachung.

Vorteile

  • keine Strahlenbelastung
  • gute Aussagekraft bei koronarer Herzkrankheit
  • auch bei eingeschränkter Belastbarkeit möglich

Grenzen

Die Bildqualität kann eingeschränkt sein:

  • bei starkem Übergewicht,
  • Lungenerkrankungen,
  • oder ungünstigen Ultraschallbedingungen.

Dann sind oft andere Verfahren sinnvoll, z. B.:

  • Cardio-MRT,
  • Myokardszintigraphie,
  • oder Cardio-CT.

jpo