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Albertuszentrum

Herzkatheteruntersuchung, Koronarintervention (PTCA, Stent-Implantation)

Eine Koronarangiographie (oft auch „Herzkatheteruntersuchung“ oder umgangssprachlich „Coronarographie“) dient dazu, die Herzkranzgefäße sichtbar zu machen. Dabei wird Kontrastmittel über einen dünnen Katheter in die Koronararterien eingespritzt und unter Röntgendurchleuchtung untersucht, ob Engstellen oder Verschlüsse vorliegen.

Wofür braucht man eine Koronarangiographie?

Sie wird eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine relevante koronare Herzerkrankung besteht oder wenn bereits bekannte Gefäßverengungen genauer beurteilt werden müssen.

Typische Gründe sind:

  • Beschwerden wie Druck oder Schmerzen in der Brust (Angina pectoris)
  • Luftnot unter Belastung
  • Auffälliges Belastungs-EKG oder auffällige Bildgebung
  • Herzinfarkt oder Verdacht darauf
  • Herzrhythmusstörungen unklarer Ursache
  • Eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens
  • Kontrolle nach früherer Stent- oder Bypassbehandlung

Die Untersuchung zeigt:

  • wo eine Engstelle sitzt,
  • wie stark sie ist,
  • wie viele Gefäße betroffen sind,
  • und ob die Durchblutung des Herzmuskels relevant eingeschränkt ist.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Meist wird die Arterie am Handgelenk (radial) oder seltener in der Leiste punktiert. Über einen Katheter gelangt man bis zu den Herzkranzgefäßen. Die Untersuchung dauert oft nur 15–30 Minuten.

Zusätzlich können heute oft noch durchgeführt werden:

  • Druckdrahtmessungen (FFR/iFR) zur funktionellen Beurteilung einer Engstelle
  • intravaskulärer Ultraschall (IVUS)
  • optische Kohärenztomographie (OCT)

Damit kann man besser entscheiden, ob eine Engstelle wirklich behandlungsbedürftig ist.

Wann macht man eine Koronarintervention (PCI) mit Ballon und Stent?

Eine PCI („perkutane koronare Intervention“) bedeutet:

  1. Aufdehnen der Engstelle mit einem Ballon
  2. meist Einsetzen eines Stents zur Stabilisierung des Gefäßes

Das macht man, wenn:

  • eine relevante Engstelle Beschwerden verursacht,
  • ein Herzinfarkt vorliegt,
  • eine kritische Durchblutungsstörung nachgewiesen wurde,
  • oder eine prognostisch ungünstige Verengung besteht.

Besonders dringlich:

Bei einem akuten Herzinfarkt ist die PCI oft lebensrettend. Das verschlossene Gefäß wird möglichst schnell wieder eröffnet.

Wann reicht keine PCI aus?

Manchmal ist eine Bypassoperation sinnvoller, zum Beispiel:

  • bei sehr komplexen Mehrgefäßerkrankungen,
  • Hauptstammstenosen,
  • Diabetes mellitus mit ausgedehnter Gefäßerkrankung,
  • oder ungünstiger Anatomie der Gefäße.

Was bringt ein Stent?

Ein Stent:

  • verbessert die Durchblutung,
  • lindert Angina-pectoris-Beschwerden,
  • kann beim Herzinfarkt Herzmuskel retten,
  • verbessert aber bei stabiler koronarer Herzkrankheit nicht immer automatisch die Lebenserwartung.

Nach Stentimplantation benötigt man meist eine duale Plättchenhemmung (z. B. ASS plus ein zweites Medikament) für mehrere Monate, damit der Stent nicht verschließt.

Risiken der Untersuchung und Intervention

Die Koronarangiographie gilt insgesamt als sichere Routineuntersuchung. Mögliche Risiken sind:

  • Blutungen an der Punktionsstelle
  • Herzrhythmusstörungen
  • allergische Reaktion auf Kontrastmittel
  • Nierenschädigung durch Kontrastmittel
  • selten Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gefäßverletzungen

Bei einer PCI sind zusätzlich möglich:

  • akuter Stentverschluss
  • erneute Einengung (Restenose)
  • Gefäßdissektion oder Perforation

Heute werden überwiegend medikamentenbeschichtete Stents verwendet, wodurch Restenosen deutlich seltener geworden sind.

jpo