Terminvergabe: 02161 5 670 670 Herzinsuffizienz-Hotline: 0175 3337310

Albertuszentrum

Herzinsuffizienz und Mineralokortikoide: Finerenon, Eplerenon oder Spironolacton

Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (MRA) spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Herzinsuffizienz. Zu dieser Medikamentengruppe gehören Spironolacton (Aldactone®), Eplerenon (Inspra®) und Finerenon (Kerendia®). Sie blockieren die Wirkung des Hormons Aldosteron und können dadurch Herz und Nieren schützen.

Spironolacton ist der Klassiker. Besonders bei einer Herzinsuffizienz mit deutlich eingeschränkter Pumpfunktion (HFrEF) verbessert es nachweislich die Prognose und senkt die Sterblichkeit. Ein Nachteil sind hormonelle Nebenwirkungen, insbesondere eine Brustdrüsenvergrößerung (Gynäkomastie) bei Männern.

Eplerenon wirkt ähnlich, ist aber selektiver. Hormonelle Nebenwirkungen treten deshalb wesentlich seltener auf. Auch für Eplerenon ist bei HFrEF eine Verbesserung der Prognose gut belegt. Es ist daher eine wichtige Alternative, wenn Spironolacton nicht vertragen wird.

Finerenon ist dagegen ein moderner, nichtsteroidaler Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonist. Besondere Bedeutung hat es bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes. Durch die FINEARTS-HF-Studie hat Finerenon außerdem einen wichtigen Stellenwert bei Herzinsuffizienz mit leicht eingeschränkter oder erhaltener Pumpfunktion (HFmrEF/HFpEF) bekommen. Hier kann es insbesondere das Risiko einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz reduzieren.

Kurz zusammengefasst

HFrEF: Spironolacton oder Eplerenon bleiben bewährte Standardmedikamente.

HFmrEF/HFpEF: Hier ist Finerenon besonders interessant geworden.

Herzinsuffizienz plus Diabetes und Nierenerkrankung: Finerenon kann gleichzeitig Herz und Nieren schützen.

Bei allen drei Medikamenten müssen Kaliumwert und Nierenfunktion regelmäßig kontrolliert werden, da ein Anstieg des Kaliums eine wichtige Nebenwirkung darstellt.

Fazit: Spironolacton und Eplerenon bleiben wichtige Säulen der Behandlung der systolischen Herzinsuffizienz. Finerenon erweitert das therapeutische Spektrum insbesondere in Richtung HFmrEF/HFpEF sowie bei gleichzeitig bestehender Nierenerkrankung.

JPO