Erhöht häufiges Grillen von Fleisch das Krebsrisiko?
Grillen gehört für viele Menschen zum Sommer dazu. Grundsätzlich ist gegen gelegentlich gegrilltes Fleisch nichts einzuwenden. Problematisch kann es jedoch werden, wenn Fleisch sehr häufig, bei starker Hitze und bis zur Verkohlung gegrillt wird.
Warum kann Grillen problematisch sein?
Beim starken Erhitzen von Fleisch entstehen Stoffe, die als gesundheitlich ungünstig gelten. Dazu gehören vor allem:
- heterozyklische Amine (HCA) – sie entstehen bei hoher Hitze direkt im Fleisch,
- polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) – sie bilden sich insbesondere dann, wenn Fett in die Glut oder auf heiße Heizstäbe tropft und Rauch entsteht.
Diese Stoffe können das Erbgut von Zellen schädigen und stehen im Verdacht, langfristig das Krebsrisiko zu erhöhen.
Wovon hängt das Risiko ab?
Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem dann, wenn
- häufig gegrillt wird,
- rotes Fleisch oder verarbeitetes Fleisch wie Würstchen, Speck oder mariniertes Grillfleisch häufig verzehrt wird,
- Fleisch stark gebräunt oder verkohlt ist,
- Fett in die Glut tropft und sich viel Rauch entwickelt.
Besonders diskutiert wird ein Zusammenhang mit Darmkrebs.
Was kann man tun, um das Risiko zu senken?
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Belastung deutlich reduzieren:
- Fleisch nicht schwarz werden lassen und verkohlte Stellen entfernen
- möglichst indirekt grillen statt direkt über offener Flamme
- vermeiden, dass Fett in die Glut tropft
- Grillgut lieber schonend garen als extrem scharf anrösten
- häufiger Gemüse oder Fisch grillen
- verarbeitetes Fleisch nur gelegentlich essen
Fazit
Gelegentliches Grillen ist in der Regel unproblematisch. Wer jedoch häufig stark angebräuntes oder verkohltes Fleisch isst, erhöht wahrscheinlich langfristig sein Gesundheitsrisiko. Entscheidend ist also weniger das Grillen selbst als vielmehr wie oft, wie heiß und was genau gegrillt wird.

Guten Apettit!
jpo