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Albertuszentrum

Cardio-MRT – wann ist es sinnvoll, wann ist es nützlich?

Ein Cardio-MRT (Herz-MRT) ist bei Patienten mit Angina-pectoris-Beschwerden besonders dann sinnvoll, wenn man die Durchblutung des Herzmuskels, Narben oder Entzündungen genauer beurteilen möchte — vor allem dann, wenn andere Untersuchungen keine klare Antwort liefern oder invasive Eingriffe vermieden werden sollen.

Typische sinnvolle Einsatzgebiete sind:

  • Unklare Brustschmerzen
    Wenn Beschwerden typisch für Angina pectoris sind, aber EKG, Belastungs-EKG oder Ultraschall keine eindeutigen Befunde zeigen.
  • Verdacht auf Durchblutungsstörungen
    Das Stress-Cardio-MRT kann zeigen, ob unter Belastung eine relevante Mangeldurchblutung des Herzmuskels entsteht. Es erkennt oft auch kleinere oder mehrgefäßige Durchblutungsstörungen sehr zuverlässig.
  • Vor geplanter Herzkatheteruntersuchung
    Bei Patienten mit mittlerem Risiko kann ein Cardio-MRT helfen zu entscheiden, ob ein Herzkatheter überhaupt notwendig ist.
  • Nach Herzinfarkt
    Zur Beurteilung:
    • Größe der Narbe
    • Vitalität des Herzmuskels
    • Erholungschancen nach einer Revaskularisation (Stent/Bypass)
  • Verdacht auf Herzmuskelentzündung oder andere Herzmuskelerkrankungen
    Das MRT ist die beste nichtinvasive Methode zum Nachweis einer Myokarditis oder bestimmter Kardiomyopathien.
  • Bei auffälligem Cardio-CT oder unklaren Koronarbefunden
    Ein MRT kann zeigen, ob eine anatomische Verengung tatsächlich funktionell relevant ist.

Weniger sinnvoll ist ein Cardio-MRT:

  • bei akutem Herzinfarkt mit typischen EKG-Veränderungen → hier zählt Zeit, der Herzkatheter ist wichtiger
  • bei sehr niedrigem Risiko und unspezifischen Beschwerden
  • wenn bereits eine eindeutige hochgradige Koronarstenose bekannt ist und ohnehin eine Intervention geplant ist

Vorteile des Cardio-MRT:

  • keine Röntgenstrahlung
  • sehr genaue Darstellung von Herzmuskel und Funktion
  • hohe diagnostische Genauigkeit bei Durchblutungsstörungen

Nachteile:

  • aufwendig und teuer
  • nicht geeignet bei manchen Implantaten oder starker Klaustrophobie
  • Stress-MRT benötigt Medikamente zur künstlichen Belastung

Bei Patienten mit stabiler Angina pectoris gilt heute oft:

  1. zunächst Risikoabschätzung,
  2. dann je nach Situation:
    • Cardio-CT,
    • Stress-MRT,
    • Stress-Echokardiographie oder
    • Myokardszintigraphie.

Das Stress-Cardio-MRT hat dabei eine sehr hohe Aussagekraft ohne Strahlenbelastung und wird zunehmend wichtiger.

jpo