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Lungenkrebs-Früherkennung: Niedrigdosis-CT für starke Raucher jetzt Kassenleistung

Seit April 2026 gibt es in Deutschland eine wichtige neue Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung: Menschen mit langjährigem starkem Zigarettenkonsum können einmal jährlich eine Lungenkrebs-Früherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (Low-Dose-CT bzw. NDCT) in Anspruch nehmen.

Das Ziel ist, Lungenkrebs möglichst in einem frühen und damit häufig noch gut behandelbaren Stadium zu entdecken.

Wer hat Anspruch auf die Untersuchung?

Die Früherkennung richtet sich nicht an die gesamte Bevölkerung, sondern gezielt an Menschen mit einem besonders hohen Lungenkrebsrisiko.

Voraussetzungen sind:

  • Alter zwischen 50 und 75 Jahren
  • aktives Rauchen oder ehemaliger starker Zigarettenkonsum
  • Zigarettenkonsum über einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren
  • insgesamt mindestens 15 Packungsjahre
  • bei ehemaligen Rauchern darf die Rauchpause grundsätzlich nicht länger als zehn Jahre zurückliegen.

Was bedeutet „Packungsjahr“?

Das Packungsjahr – international „Pack Year“ genannt – beschreibt die gesamte Zigarettenbelastung eines Menschen.

1 Packungsjahr = 20 Zigaretten täglich über ein Jahr.

15 Packungsjahre entsprechen beispielsweise:

20 Zigaretten täglich über 15 Jahre

oder

10 Zigaretten täglich über 30 Jahre.

Wichtig ist allerdings: Für die Teilnahme am neuen Früherkennungsprogramm reicht die Zahl der Packungsjahre allein nicht aus. Zusätzlich muss insgesamt über einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren geraucht worden sein.

Wer beispielsweise 20 Zigaretten täglich über 15 Jahre geraucht hat, erreicht zwar 15 Packungsjahre, erfüllt aber noch nicht die geforderte Rauchdauer von mindestens 25 Jahren.

Warum gerade ein Niedrigdosis-CT?

Lungenkrebs verursacht in frühen Stadien häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden. Symptome wie anhaltender Husten, Bluthusten, Gewichtsverlust oder Luftnot können erst auftreten, wenn die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten ist.

Das Niedrigdosis-CT kann dagegen bereits sehr kleine Veränderungen beziehungsweise Lungenrundherde darstellen.

Im Gegensatz zu einer normalen diagnostischen CT-Untersuchung wird beim Screening mit einer deutlich reduzierten Strahlendosis gearbeitet. Trotzdem reicht die Bildqualität aus, um verdächtige Veränderungen der Lunge zu erkennen.

Wie läuft die Früherkennung ab?

Zunächst wird in einer teilnehmenden allgemeinmedizinischen oder internistischen Praxis geprüft, ob die Voraussetzungen für das Screening erfüllt sind. Dabei werden insbesondere Dauer und Intensität des bisherigen Zigarettenkonsums erfasst.

Gleichzeitig erfolgt eine Aufklärung über Nutzen und mögliche Nachteile der Untersuchung.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, erfolgt die Überweisung an eine für das Lungenkrebs-Screening qualifizierte radiologische Praxis.

Ist das Niedrigdosis-CT unauffällig, kann die Untersuchung nach zwölf Monaten erneut durchgeführt werden.

Bei kontrollbedürftigen Veränderungen kann eine frühere Kontrolluntersuchung notwendig werden. Bei einem konkreten Verdacht auf Lungenkrebs erfolgt dagegen unmittelbar die weitere diagnostische Abklärung.

Früherkennung bedeutet nicht automatisch Krebsdiagnose

Ein wichtiger Punkt bei jeder Früherkennungsuntersuchung sind sogenannte falsch-positive Befunde.

Im CT können beispielsweise kleine Rundherde entdeckt werden, die letztlich gutartig sind. Deshalb bedeutet ein auffälliger CT-Befund keineswegs automatisch, dass Lungenkrebs vorliegt.

Um unnötige Untersuchungen und Eingriffe möglichst zu vermeiden, gelten für das neue Programm besondere Anforderungen an die beteiligten Radiologen, die CT-Technik und die Befundung. Kontroll- oder abklärungsbedürftige Befunde werden zusätzlich durch einen zweiten qualifizierten Befunder beurteilt.

Ein wichtiger Fortschritt in der Krebsfrüherkennung

Die Einführung des jährlichen Niedrigdosis-CTs ist ein bedeutender Schritt für Menschen mit langjährigem starkem Zigarettenkonsum.

Denn gerade beim Lungenkrebs hängt die Prognose entscheidend davon ab, in welchem Stadium die Erkrankung entdeckt wird. Ein Tumor, der gefunden wird, bevor er Beschwerden verursacht oder bereits Metastasen gebildet hat, bietet wesentlich bessere Behandlungsmöglichkeiten.

Die neue Früherkennung soll deshalb nicht jeden Menschen untersuchen, sondern gezielt diejenigen, bei denen aufgrund ihrer langjährigen Rauchbelastung ein besonders hohes Erkrankungsrisiko besteht.

Und trotzdem gilt: Der beste Schutz bleibt der Rauchstopp

Auch ein jährlich unauffälliges Niedrigdosis-CT schützt nicht davor, später an Lungenkrebs zu erkranken.

Die wirksamste Maßnahme zur Verringerung des persönlichen Risikos bleibt deshalb, mit dem Rauchen aufzuhören. Davon profitieren nicht nur die Lunge, sondern auch Herz und Gefäße.

Gerade aus kardiologischer Sicht ist dies besonders wichtig: Ein Rauchstopp reduziert gleichzeitig das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und periphere arterielle Verschlusskrankheit.

Fazit: Seit April 2026 haben gesetzlich versicherte starke aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine jährliche Lungenkrebs-Früherkennung mittels Niedrigdosis-CT. Wer die Kriterien erfüllt, sollte sich über die Chancen, aber auch die möglichen Nachteile der Untersuchung informieren und gemeinsam mit seiner Ärztin oder seinem Arzt über die Teilnahme entscheiden.

Mit Unterstützung von KI erstellt.

jpo