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Albertuszentrum

Was sind SLGT2-Hemmer?

SGLT2-Hemmer (genauer: Sodium-Glucose-Co-Transporter-2-Hemmer) sind eine Medikamentengruppe, die ursprünglich zur Behandlung des Typ-2-Diabetes entwickelt wurde. Heute gehören sie aber auch zu den wichtigsten Medikamenten bei Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung – selbst bei Patienten ohne Diabetes.  

Zu den wichtigsten Wirkstoffen gehören:

  • Empagliflozin
  • Dapagliflozin
  • Canagliflozin
  • Ertugliflozin

Wie wirken SGLT2-Hemmer?

In der Niere wird normalerweise fast der gesamte gefilterte Zucker wieder ins Blut zurücktransportiert. Dies geschieht über den SGLT2-Transporter im proximalen Tubulus.

SGLT2-Hemmer blockieren diesen Transporter. Dadurch:

  • wird Glukose mit dem Urin ausgeschieden,
  • gleichzeitig wird auch etwas Natrium und Wasser ausgeschieden,
  • der Blutzucker sinkt,
  • Blutdruck und Körpergewicht nehmen leicht ab.  

Warum sind sie für Kardiologen so wichtig?

Die Vorteile gehen weit über die Blutzuckersenkung hinaus:

  • Reduktion von Krankenhausaufnahmen wegen Herzinsuffizienz
  • Senkung des Risikos für kardiovaskulären Tod
  • Verlangsamung der Verschlechterung der Nierenfunktion
  • Wirksam sowohl bei HFrEF als auch bei HFmrEF und HFpEF
  • Nutzen besteht auch ohne Diabetes.  

Mögliche Wirkmechanismen am Herzen

Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen mehrere Effekte zusammen:

  • leichte, kontinuierliche Entwässerung (Natriurese und Diurese),
  • Senkung der Vor- und Nachlast,
  • Verbesserung der Nierenfunktion,
  • günstigere Energiebereitstellung des Herzmuskels,
  • Verminderung von Entzündungs- und Fibroseprozessen.  

Häufige Nebenwirkungen

  • vermehrtes Wasserlassen
  • Genitalpilzinfektionen (vor allem Candida)
  • gelegentlich Harnwegsinfektionen
  • Blutdruckabfall oder Schwindel bei Volumenmangel
  • selten eine euglykämische Ketoazidose, insbesondere bei Typ-1-Diabetes oder längeren Fastenphasen.  

Stellenwert in den Leitlinien

Nach den aktuellen europäischen Leitlinien gehören Empagliflozin und Dapagliflozin zur sogenannten Vier-Säulen-Therapie der Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) – zusammen mit:

  1. einem ARNI (oder ACE-Hemmer/AT1-Blocker),
  2. einem Betablocker,
  3. einem Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten (MRA),
  4. einem SGLT2-Hemmer.

Auch bei HFpEF und HFmrEF haben SGLT2-Hemmer inzwischen einen festen Stellenwert und verbessern vor allem Symptome sowie die Prognose hinsichtlich Hospitalisierungen.  

jpo