Herzklappentherapie
Unter Herzklappentherapie versteht man in der Kardiologie die Behandlung von Erkrankungen der Herzklappen. Ziel ist es, die normale Blutströmung durch das Herz wiederherzustellen und Folgeschäden wie Herzschwäche, Rhythmusstörungen oder Lungenhochdruck zu verhindern.
Betroffen sein können:
- Mitralklappe
- Aortenklappe
- Trikuspidalklappe
- Pulmonalklappe
Welche Herzklappenfehler gibt es?
Man unterscheidet vor allem:
Klappenstenose
Die Klappe ist verengt und öffnet sich nicht richtig.
Beispiel:
- Aortenklappenstenose
Klappeninsuffizienz
Die Klappe schließt nicht dicht, sodass Blut zurückfließt.
Beispiele:
- Mitralinsuffizienz
- Aorteninsuffizienz
Welche Beschwerden entstehen?
Mögliche Symptome:
- Luftnot
- Leistungsminderung
- Brustschmerzen
- Schwindel
- Herzrhythmusstörungen
- Wasseransammlungen
- Ohnmachtsanfälle
Wie wird diagnostiziert?
Wichtigste Untersuchung:
- Echokardiographie
Zusätzlich oft:
- EKG
- Belastungstest
- Herzkatheter
- CT oder MRT
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Medikamentöse Behandlung
Medikamente können Beschwerden lindern, heilen den Klappenfehler aber meist nicht.
Zum Beispiel:
- Entwässerung
- Blutdrucksenkung
- Frequenzkontrolle bei Vorhofflimmern
Interventionelle Herzklappentherapie
Die moderne Kardiologie behandelt viele Klappenerkrankungen heute minimalinvasiv über Katheter.
TAVI
Transkatheter-Aortenklappenimplantation
Dabei wird eine neue Aortenklappe über einen Katheter — meist durch die Leistenarterie — eingesetzt.
Vor allem bei:
- höherem Operationsrisiko
- älteren Patienten
- schwerer Aortenstenose
MitraClip
Minimalinvasive Therapie der Mitralklappeninsuffizienz.
Ein Clip verbindet die undichten Klappensegel und reduziert den Rückfluss.
Operative Herzklappentherapie
Manche Patienten benötigen weiterhin eine Herzoperation.
Möglichkeiten:
- Klappenrekonstruktion
- mechanische Herzklappe
- biologische Herzklappe
Bedeutung der modernen Herzklappentherapie
Die Behandlung von Herzklappenerkrankungen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Viele Patienten, die früher nur operiert werden konnten, können heute minimalinvasiv behandelt werden. Besonders TAVI und MitraClip haben die interventionelle Kardiologie revolutioniert und ermöglichen auch älteren oder schwer kranken Patienten wirksame Therapien mit geringerem Risiko.