Bodyplethysmographie – was ist das und wie wird sie durchgeführt
Die Bodyplethysmographie („große Lungenfunktion“) ist eine sehr genaue Untersuchung der Lungenfunktion. Dabei sitzt der Patient in einer luftdichten Kabine, die ein wenig wie eine Telefonzelle aussieht.
Mit der Untersuchung kann man:
- Verengungen der Atemwege,
- Überblähungen der Lunge,
- Einschränkungen der Lungenvolumina
- und Störungen des Atemwiderstands
präzise messen.
Wie läuft die Untersuchung ab?
1. Sitzen in der Kabine
Der Patient sitzt in der geschlossenen Glaskabine und trägt eine Nasenklammer, damit ausschließlich über den Mund geatmet wird.
2. Atmen über ein Mundstück
Man atmet ruhig über ein Mundstück. Das Gerät misst dabei:
- Luftströmung,
- Druckverhältnisse,
- und Lungenvolumina.
3. „Hecheln“
Zwischendurch wird man aufgefordert, kurz gegen ein verschlossenes Ventil zu hecheln („panting“). Dadurch kann das Gerät Druckänderungen messen und daraus das gesamte Lungenvolumen berechnen.
4. Atemmanöver
Zusätzlich wird oft:
- tief eingeatmet,
- kräftig ausgeatmet,
- oder ein Bronchialspray gegeben,
um die Reaktion der Bronchien zu testen.
Die Untersuchung dauert meist etwa 15–30 Minuten und ist nicht schmerzhaft.
Was kann man damit erkennen?
Obstruktive Lungenerkrankungen
Hier sind die Atemwege verengt:
- Asthma
- COPD
Typische Befunde:
- erhöhter Atemwegswiderstand,
- vermindertes Ausatemvolumen,
- oft Überblähung der Lunge.
Restriktive Lungenerkrankungen
Die Lunge kann sich nicht richtig ausdehnen:
- Lungenfibrose,
- schwere Narbenbildung,
- Thoraxdeformitäten.
Typisch:
- vermindertes Lungenvolumen.
Überblähung der Lunge
Besonders bei COPD:
- erhöhte Restluft in der Lunge,
- Luft bleibt „gefangen“.
Bronchiale Überempfindlichkeit
Zum Beispiel bei Asthma:
- Verbesserung nach bronchienerweiterndem Spray.
Unterschied zur einfachen Spirometrie
Die einfache Spirometrie misst hauptsächlich:
- wie viel Luft ausgeatmet wird
- und wie schnell.
Die Bodyplethysmographie kann zusätzlich:
- das tatsächliche Gesamtvolumen der Lunge,
- den Atemwegswiderstand
- und versteckte Überblähungen messen.
Sie ist daher deutlich genauer.
Typische Gründe für die Untersuchung
- Luftnot,
- chronischer Husten,
- Verdacht auf Asthma oder COPD,
- Verdacht auf Herzinsuffizienz
- Raucherabklärung,
- Verlaufskontrolle,
- Operationsvorbereitung,
- Begutachtungen.
jpo