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Albertuszentrum

EKG – braucht man das überhaupt noch?

Ja — das EKG ist in der Kardiologie nach wie vor unverzichtbar. Obwohl moderne Verfahren wie Herzultraschall, Cardio-CT, Kardio-MRT oder Koronarangiographie viel detailliertere Bilder liefern, bleibt das EKG oft die erste und wichtigste Basisuntersuchung.

Warum?

  • Es ist schnell, billig und überall verfügbar.
  • Es liefert sofort Informationen über Herzrhythmus und elektrische Aktivität.
  • Viele lebensbedrohliche Erkrankungen erkennt man primär im EKG.

Besonders wichtig ist das EKG bei:

  • Herzinfarkt
    → Ein akuter ST-Hebungsinfarkt wird oft innerhalb von Sekunden erkannt.
  • Herzrhythmusstörungen
    → Vorhofflimmern, AV-Block, ventrikuläre Tachykardien usw.
  • Brustschmerzen / Angina pectoris
    → Belastungszeichen oder frühere Infarkte können sichtbar sein.
  • Synkopen und Schwindel
    → Hinweise auf Rhythmusstörungen oder Leitungsstörungen.
  • Herzmuskel- oder Elektrolytstörungen
    → z. B. Kaliumstörungen, Medikamente, Entzündungen.

Wo das EKG Grenzen hat:

  • Ein normales Ruhe-EKG schließt eine koronare Herzerkrankung nicht sicher aus.
  • Viele Patienten mit Angina pectoris haben zwischen den Beschwerden ein normales EKG.
  • Die Aussagekraft des klassischen Belastungs-EKGs ist begrenzt und wurde teilweise durch moderne Bildgebung verdrängt.

Deshalb hat sich die Rolle verändert:

  • Früher war das Belastungs-EKG zentral zur Diagnose der koronaren Herzkrankheit.
  • Heute nutzt man häufiger:
    • Stress-Echokardiographie
    • Myokardszintigraphie
    • Cardio-CT
    • Kardio-MRT

Aber:

Ohne EKG funktioniert moderne Kardiologie trotzdem nicht. Es ist weiterhin das „Stethoskop der Kardiologen“ — besonders für Rhythmusdiagnostik und Akutsituationen.

Interessant ist auch:

Mit Smartwatches und mobilen Geräten erlebt das EKG gerade eine Renaissance. Viele Episoden von Vorhofflimmern werden heute erstmals über Geräte wie die Apple Watch erkannt.

jpo